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Yes they can! 06|11|2008



Am Dienstag um 21 Uhr Mountain Time (23 Uhr Eastern) war es also offiziell. Die USA haben ihren ersten Afro-Amerikanischen Präsidenten. Was für eine Erleichterung. Und dann ging alles auch so deutlich von der Reihe. Erst ein deutlicher Sieg in Pennsylvania, dann folgte Ohio und als Virginia (was noch nie in der Geschichte an die Demokraten gegangen ist) und Florida zu "blauen Staaten" wurden, war es entschieden. Da war es dann auch schon nicht mehr wichtig - für mich zwar schon - dass auch Colorado seine politische Farbe gewechselt hat. Colorado ist seid langer Zeit das erste mal wieder demokratisch.
Wir haben das ganze etwa ab 16 Uhr auf mehreren Kanälen verfolgt. Als kleines Schmankerl war es für mich auch besonders interessant, die verschiedenen Grafischen Aufmachungen zu verfolgen. NBC wählte eine kitschige Kulisse aus Säulen in 3D. ABC hatte schöne Ansätze, aber manchmal sah's furchtbar nach Lokalfernsehen aus. CBS war ziemlich enttäuschend. Grafisch gesehen war CNN diesmal Top. Sehr klares Design und auch die Magic Map, ein riesiger Touchscreen, war keine unnötige Spielerei sondern wirklich sehr sinnvoll und veranschaulichte viel Information auf engem Raum. Nur mit ihrem Hologram hat sich CNN selbst abgeschossen. "Zum ersten Mal im Live-TV" wurde eine Journalistin per Hologram ins Studio "gebeamt". Leider war das nicht nur völlig sinnlos sondern auch noch total unausgereift. Der Moderator im Studio starrte ins Leere und die Projektion sah aus, wie aus nem Bluescreenstudio der 80er Jahre.

Aber zurück zur Politik. Als dann um 21 Uhr das Ergebnis feststand, brach' im ganzen Land Jubel aus. Das erinnerte ein bisschen an die Deutsche Nationalmannschaft, wenn sie ein Finale erreicht hat. Die Menschen weinten vor Freude und lagen sich in den Armen. Besonders konnte man sehen/spüren was dieser Wahlsieg für die schwarze Bevölkerung bedeutet. Als dann Obama zu seiner Dankesrede antrat waren Freedle und Marissa (Josh's Schwester) sichtlich gerührt. Natürlich sollte man erstmal die Kirche im Dorf lassen; aber was dieser Wechsel alleine an possitiven Hoffnungen, besonders bei der Jugend, geweckt hat, ist schon ein Gewinn für das Land. Und eine Rekord-Wahlbeteiligung spricht wohl auch für sich. Hoffen wir mal, dass Obama auch seinen und den Ansprüchen des Landes gerecht wird.
Nach der Übertragung sind Freedle und ich noch in die Park Tavern um ein bisschen zu feiern. Die Bar war brechend voll. Das hatte ich dann doch nicht gedacht.

Am Tag 1 fängt die Presse natürlich sofort an, über Obamas Kabinett und seine Pläne zu diskutieren. George Bush würde am liebsten gestern als heute aus dem Weißen Haus ausziehen und sich nach Texas verdrücken. Von ihm hat man in den letzten Monaten sowieso nichts mehr gehört. Abschließend muss ich aber auch noch eine Lanze für McCain brechen. In meiner Zeit hier hatte ich die Chance ihn besser kennenzulernen und zu verstehen. McCain hat zwar einige Ansichten, die ich nicht mit ihm Teile, dennoch hätte er ein guter und kluger Mann im Amt sein können. Er ist definitiv nicht so ein Holzkopf wie Bush oder ein Teufel wie Cheney, aber nach 8 Jahren Bush und dem miesen Wahlkampf mit einer Hockey-Mom aus Alaska, die ihm seine Berater aufgeschwatzt haben, konnte er diese Wahl nicht gewinnen. Aber so wie es jetzt ausgegangen ist, sollte es auf jeden Fall wesentlich besser sein.



Sehr witzig war, dass eine neue Folge South Park gestern ca. 24h nach dem Wahlsieg schon komplett den Vortag in ihre Folge verarbeitet haben. Das nenn' ich mal zeitnahe "Berichterstattung".



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Kommentare

phileo schrieb am 07|11|2008 - 14:05:
"Ja hahaha, die Folge South Park war der Hammer!!!!! Die schaffens einfach, aktuelle Themen genial und schnell in eine Parodie umzuwandeln. Einfach nur geil!! Hier in Deutschland war nach bekanntgabe des neuen Presidenten auch ein wenig los, aber ich wäre echt gerne dabei gewesen... Lucky you, du hast Geschichte hautnah miterlebt! :) "



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