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Meet the Clintons 29|08|2008





Heute dreht sich alles um die Democratic National Convention. Gestern wollten wir also ein bisschen Athmosphäre schnuppern. Das ganze Unterfangen ging ziemlich schleppend los. Da Josh auch mitkommen wollte, hatten wir plötzlich ein Fahrrad zu wenig, da Kyles Bike noch den Achter vom letzten Wochenende hat. Also hat Josh sein altes Fahrrad aus dem Keller gezerrt und nach etlichen Schlauch und Felgenwechsel waren wir aufbruchbereit. Doch nach einem halben Kilometer riss Josh's Kette. Wir meinten schon, dass irgendeine höhere Macht etwas dagegen hat, dass wir in die Stadt kommen. Also wieder zurück und überlegen, was zu tun ist. Letztendlich haben wir wieder ein paar Reifen gewechselt und so konnte Kyle mit seinem Fahrrad plus Josh's Reifen fahren. Als wir nach Downtown kamen spürte man schon mit jedem Meter, dass etwas Besonderes in der Stadt war. So viele Leute auf den Straßen, überall Absperrungen oder Polizisten. Als es an einem der besten Hotels der Stadt vorbeiging, wurden wir auf eine Meute Schaulustiger aufmerksam. Es war unschwer zu erkennen, dass gerade jemand verdammt wichtiges im Hotel sein muss. Vor dem Hotel waren mitten auf der Straße zwei Reihen durch parkende, schwarze gepanzerte Limousinen blockiert. Und zwischen den Passanten waren überall Man in Black mit Kopfhörern verstreut. Der Secret Service. Schnell stellte sich raus, dass die Clintons im Hotel waren. Also warteten auch wir und nach 5 Minuten kam die ganze Familie Clinton aus dem Hotel. Die Menge jubelte und bevor man es so wirklich erfassen konnte, war auch alles schon wieder vorbei. Am längsten konnte ich Chelsea Clinton (von mir schon als Kandidatin 2020 gehandelt) sehen, da sie ins Auto stieg und beide Türen offen waren. Dann kam Bill um das Auto herum, winkte kurz und stieg ebenfalls ins Auto. Dazu muss man erwähnen, dass mehrer Autos vom CIA die Sicht etwas blockierten. Hillary konnt ich gar nicht sehen. Die Jungs meinten aber, dass sie auch mit dabei war.
Wir waren also keine 15 Minuten Downtown und hatten schon unseren ersten DNC Volltreffer gelandet. Weiter gings Richtung Pespi Center. Nun war die Zeit der Devotionalen-Verkäufer gekommen. Buttons, Sticker, T-Shirts, Mützen. Kein Gegenstand auf dem nicht Obamas Gesicht gedruckt war.



Langsam erreichten wir das Pespi Center und dem entsprechend ging es auch um so langsamer vorwärts. Sehr viel Menschen und sehr viel Polizei. Vor der Hauptzufahrt zum Pespi Center, das Gelände wurde weit-weit-räumig umzäunt, versammelte sich die größte Meute Schaulustiger und Demonstranten. Hier standen Menschen mit Plakaten gegen Abtreibung, Menschen pro Fox-News, gegen Krieg, für McCain, gegen Busch. Eigentlich alles. Alles verlief aber sehr ruhig und friedlich. Doch plötzlich kam ein Mob von Menschen in Richtung Hauptzufahrt gerannt. Als Gegenreaktion kamen sofort Hundertschaften von schwer gepanzerten Polizisten vor die Absperrungen. Wie sich herausstellte, waren die meisten Renner Journalisten, die vor dem eigentlichen Anti-Kriegs-Protestzug aus Veteranen und Jugendlichen voranpreschte um schöne Fotos zu schießen. Letztendlich kam der Tross wenige Meter vor der Absperrung zum Stehen. Hinter der Absperrung wurden die merkwürdigsten Gerätschaften aufgefahren. Ein Polizeitruck mit Palisade war das absolute Highlight.



Jetzt war die Stimmung doch etwas aufgeheizt. Die üblichen Verdächtigen wetterten mit verhüllten Gesichtern gegen die Polizei. Wie auch beim G8 Gipfel verlieren manche Menschen den Überblick über den eigentlichen Sinn ihres Protests. Wir mischten uns ein bisschen unter das Volk und bestaunten das Treiben. Ingesamt schien mir das ganze aber eher relativ klein, die Presse sprach später von 4000 Menschen, und unorganisiert. Nur selten kamen mal gemeinsame Sprechchöre zustande. Es wurde also nie wirklich eine deutliche Message deutlich.
Irgendwann verpuffte das ganze dann auch und so fuhren wir nach Hause, um die Rede Joe Bidens am Fernseher zu verfolgen. Wie schon bei Hillary, die übliche Show. Interessant war allerdings zu sehen, dass Joe Biden tatsächlich so etwas wie das Gegengewicht zum jungen, einige sagen unerfahrenen Obama ist. Er ist ideal für die Konservativen unter den Demokraten, ist schon sehr lange in der Politik unterwegs und bringt die Demokraten sozusagen ins Gleichgewicht. Auch wenn der Vizepresident ziemlich unwichtig ist. Nach seiner Rede kam dann Obama das erste mal und unangekündigt auf die Bühne. Er wurde gefeiert wie der neue Messias.



Heute war dann die große Rede im Footballstadion. Wir haben das ganze vor dem Fernseher verfolgt. Man hätte wahrscheinlich ziemlich früh Karten dafür besorgen müssen, um dafür einen Platz zu bekommen. Die Rede klang, naja, eben nach allem, was sich das Volk so wünscht. Viele wunderschöne Versprechen, die sich wahrscheinlich nie so wirklich realisieren lassen. Aber wenn er zumindestens die Hälfte berwerkstelligen kann, dürfte das Amerika wieder deutlich besser und sympatischer aussehen lassen.

Nach der Rede entschlossen wir uns wieder mit den Fahrrädern in die Innenstadt zu fahren. Dort erwarteten uns die 80.000 Menschen aus dem Stadion. Es war wirklich viel los. In eingen Ecken waren Zelte mit Afterparties wo gaaaaanz wichtige Menschen reinspaziert sind. Absolut Prinzregentenstraße!

Wir sind dann so ein bisschen durch die Menge geschlendert. An den provisorischen TV Studios vorbei und wieder zurück. Hat mich jetzt irgendwie nicht so richtig umgehauen. Dazu war mir alles zu planlos. Alles in allem, waren es aber schon sehr spannende Tage und sicherlich ein glücklicher Zufall, dass ich genau jetzt in Denver bin. Ein bisschen ärgert es mich nur, dass ich nächste Woche nicht in USA bin und somit die Versammlung der Republicans aus St. Paul verpasse. Da hätte ich mir ein mal ein besseres bild machen können. Im moment ist es doch sehr einseitig.

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Kommentare

schrieb am 29|08|2008 - 17:47:
"ach bei den republicans bekommt man nix zu sehen...nur finstere gestalten xD"



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schui ©shoeee.de 2008 | www.shoeee.de | admin