zurück

Happy Birthday America! 07|07|2008



Am Freitag war der 4. Juli und das ist bekanntlich der Unabhängigkeitstag Amerikas. Also wird im ganzen Land gefeiert. Und da wir uns dem nicht entziehen wollten, haben wir relativ kurzfristig entschlossen, nach Aspen zu fahren. Eigentlich war ja Boulder geplant, aber irgendwie waren alle Freunde von Kyle und Freedle aus Boulder ausgeflogen.
Mittags ging's also auf die 3,5h lange Reise in das berühmte Städtchen in Mitten der Rocky Mountains. Leider hatten natürlich einige andere auch diese Idee und so staute sich alles erstmal träge bis ins Summit County. Dort wurde erstmal Proviant eingekauft:



Dann ging es vorbei an legendären Skiorten wie Copper Mountain, Keystone und Breckenridge, was meine Gedanken schon ein paar Monate in die Zukunft schweifen lies. Immer weiter in die Rocky Mountains.



Nach den ersten großen Bergen, die vorallem durch den Bergbau geprägt waren, wurde mir eine imposante Hochebene geboten. Dort durchquerten wir ein Städtchen Namens Leadville.



In diesem Kaff schien seit dem Goldraush nicht mehr viel passiert zu sein. Das Dorf ähnelte einer Westernstadt mit alten Saloons und verlassenen Holzbaracken. Zur passenden Stimmung legte Freedle eine Country CD ein, was in diesem Moment nicht passender hätte sein können. Als wir dann den Independence Pass (passender Name) überquerten, der im Winter gesperrt ist, zeigten sich die Rockies von ihrer schönsten Seite.



Langsam wurde es wieder grüner und grüner, bis wir schließlich den Anstieg auf 3.600 Meter erreichten.



Oben angekommen gönnten wir uns erstmal ein Bier und genossen die Aussicht.



Nach der kurzen Pause ging es auf der anderen Seite wieder herunter immer in Richtung Aspen. Jetzt vielen mir ein durchlöcherte Straßenschilder auf. Die Jungs meinten, es sei in Amerika ein beliebtes Hobby der Rednecks, aus dem fahrenden Auto auf Straßenschilder zu schiessen.



Naja, wem's Spaß macht...
Auf der Hälfte der Abfahrt bogen wir in einen kleinen Feldweg ab und nach extrem holprigen 10 Minuten kamen wir an einen wunderschönen Wasserfall des Lincoln Creeks. Dort gibt es einen, unter Locals, beliebte Stelle, wo man ca. 5-7 Meter tief in den Bach springen kann. Nach kurzer Überwindung bin ich dann auch gesprungen. Seeeehr kalt!!!



Ungefähr da, wo das Foto rechts aufhört, war meine Absprungstelle. Ein bisschen mulmig war mir dabei schon, da vor einer Woche hier erst jemand gestorben ist... Allerdings war da das Wasser ca. 2 Meter höher und daher viel wilder. Bei unserem Besuch war alles relativ harmlos. Die Bäume quer über dem Fluß dienen als Ausstieg. Man klettert auf einen Felsen mitten im Bach und klettert dann über die Baumstämme. Dann einen Felsspalt hochklettern und man ist wieder oben. Nach dieser Erfrischung gönnten wir uns wieder ein paar Bier und entspannten auf den Felsen. In dieser Natur kommt man wirklich immer ins Schwärmen. Oben noch weiße Bergkuppen und unten herrlich warmer Sonnenschein.
Nach ein paar Stunden ging es nun in den Endspurt nach Aspen. Nach den letzten Meilen des Independence Pass grüßte Kevin Kostner's Villa als erster Vorbote für das St. Moritz der USA.



Wer sich so einen "Hinterhof" leisten kann, hat's wohl geschafft. In Aspen bot sich das Bild, was ich mir schon erwartet hatte. Die Stadt könnte eventuell die höchste Dichte an Range Rovers haben. Überall wunderschöne Häuser, wobei die besten sich irgendwo hinter Bäumen versteckten. Die Stadt (eher ein Dorf) wirkt wie eine Kulisse. Hier gibt es keine Kriminalität und das einzige Fast-Food Restaurant ist ein MacDonald's. Vorbei an Skiliften und schmucken Häuschen durchquerten wir die Stadt. Zur linken Seite sah ich nun zum ersten Mal Buttermilk. Das wird jetzt vielleicht nicht allen etwas sagen, aber X-Games dürfte vielleicht ein Begriff sein.



Hier trifft sich jedes Jahr die Spitze des Winter-Action-Sports um sich mit den Besten zu messen. Die weißen Flecken sind noch die Überreste von letzten Slope-Style Contest. Nicht weit von Buttermilk wohnt Brad mit seiner Freundin. Brad ist ein Bekannter von Kyle. Kyle warnte mich vorher noch, dass Brad ein verrückter Vogel sei, und diese Aussage wurde auch schnell bestätigt. Brad kann man getrost als Proll abstempeln. Muskeln, Renn-Motorrad vor der Tür, original Manta-Freundin und eine Geschichte über Schlägereien nach der anderen. Brad arbeitet als Shaper, er baut die Schanzen und Halfpipes, in den Skigebieten. Daher kennt er so ziemlich jeden in der Stadt. Aus diesem Grund liefen wir wieder in die Innenstadt um uns so langsam auf die Feierlichkeiten einzustimmen. In einer Mexikanischen Kneipe wurden dann im Laufe des Abends 70 Jäger-Redbulls bestellt. Für ca. 7-10 Personen. Und da Brad die Leute gut kannte, haben wir alle insgesamt nur 70 Dollar dafür bezahlt. Das Geld hätte ich mir zwar lieber gespart, denn ich hasse Red-Bull und wenn es dann auch noch sech-warm serviert wird... Die Amis haben das als Kurzen getrunken, da wäre mir ein Jäger pur lieber gewesen. Naja, einem geschenkten Gaul... Später zogen wir auf das Dach des Hauses und betrachteten aus perfekter Position das Feuerwerk, was direkt über den Bergen platziert war.



Nicht schlecht, aber so ganz konnte ich mich der Euphorie aller Amerikaner nicht anschließen. Danach ging es weiter in den BellyUp Club. Ein ziemlich kleiner, dafür aber sehr traditionsreicher Laden in dem schon von Elvis bis Snoop Dogg Musiker aufgetreten sind. Beim Eintritt von 30 Dollar musste ich dann doch etwas schlucken, zu mal uns nur eine Cover-Band erwartete. Aber in Zermatt hätte ich wahrscheinlich nicht weniger bezahlt. Die Band war eine Homage an Spinal-Tap in bester 80er Butt-Rock Manier. Gut waren sie, aber Rock bleibt halt Rock... Nach einem sehr eindrucksvollen Abend gings wieder nach Hause.



Nicht bevor ich aber dieses Foto für Henny und Buzz geschossen hatte. :-) Zu Hause angekommen genossen Freedle, Kyle und ich noch einen unfassbar schönen Sternenhimmel vor dem Haus.
Am nächsten Morgen nahmen wir noch, ziemlich übermüdet, ein kleines Amerikanisches Frühstück mit Brad ein. Brad bestellte ein Frühstücks-Steak!!!
Nach einem ruhigen Heimweg kerten wir ziemlich müde aber glücklich in den Alltag Denvers zurück. Während der Fahrt habe ich immer wieder überlegt, ob die Alpen oder die Rockies schöner sind. Fest steht auf jeden Fall, dass die Alpen viel extremer sind. Alle Skigebiete die ich hier gesehen habe sind auf eher mäßigem Terrain angelegt. Dafür gibt es aber überall Powder satt. Ein weiterer großer Unterschied ist die Einsamkeit, die man in den Rockies noch leichter finden kann. In den Alpen sind die Täler zum größten Teil zugebaut, wobei man in den Rockies in den meisten Plätzen nicht mal ein Handy-Empfang hat. So richtig kann ich mich also nicht entscheiden. Allerdings haben die Rockies im Moment bei mir eine Nasenspitze Vorsprung!
Mehr Bilder gibt's wie immer in meinem Flickr Album. Dafür einfach auf das erste Bild in diesem Eintrag klicken.

zurück


Kommentare

Uta Baumann schrieb am 10|07|2008 - 10:49:
"Rockies - sehr geil! Aber bei einer Sache komm ich nicht so ganz mit: wie ist das mit dem "don´t drink and drive"?"

Sven schrieb am 07|07|2008 - 23:39:
"Blue Moon ist lecker... Merci für die tollen impressions!"

mitch schrieb am 07|07|2008 - 20:59:
"hey chef! danke für deine geburtstagsgrüße! (dachte, das ist mal der richtige threat.) deine motive und meine neue dslr - das wäre ein gutes team... grüße in die unendlichen weiten!"

nobbät schrieb am 07|07|2008 - 17:29:
"tja ich muss sagen die rockies reizen allein schon deswegen weil man sie nicht kennt! außerdem gehen einem die kunstschneeautobahnen in den alpen schon zimelich aufn senkel! in punkto wildnis haben die rockies eindeutig die nase vorn! wobei ein handyempfang manchmal auch ganz hilfreich ist oder? .... ich sag auch rockies > aplen "



zurück

schui ©shoeee.de 2008 | www.shoeee.de | admin